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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Behandlungsangebote Psychiatrie und Psychotherapie

Das Behandlungsangebot der Klinik beinhaltet die Diagnostik und Therapie aller psychischen Störungen des Erwachsenenalters.

Therapeutische Angebote im Überblick

Zunächst wird eine sorgfältige Anamnese unter Berücksichtigung biographischer, sozialer und körperlicher Belastungsfaktoren sowie eine Erhebung des psychischen Befundes durchgeführt. Je nach Bedarf und Symptomatik kann die Diagnostik auch apparativ erfolgen (z. B. mittels Laborbefunderhebungen, EKG, CCT, MRT u. a.).

Nach der Diagnosestellung erfolgt dann gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten eine individuelle Therapieplanung, in der zum Einsatz kommen könnten:

  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • Psychopharmakotherapie
  • Spezialtherapien (Ergotherapie, Bewegungstherapie u. a.)

Gruppentherapeutische Angebote sind z. B.:

  • Suchtgruppe
  • Depressionsgruppe
  • Angstbewältigungsgruppe
  • Skillsgruppe
  • Biographiegruppe (für Menschen mit Demenzerkrankungen)
  • Psychosegruppe
  • Imaginationsgruppe
  • Entspannungsverfahren (progressive Muskelrelaxationen nach Jacobsen)
  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Lebenspraktische Aktivitäten
  • somatische Therapieformen wie Lichttherapie und Wachtherapie

Milieutherapie

Auf der Basis des individuellen, überschaubaren Behandlungskonzeptes der Tagesklinik bzw. der Stationen bietet die Milieutherapie den sicheren Rahmen, in dem Erfahrungen und Erlebnisse im (all-)täglichen Umgang miteinander gemacht und bearbeitet werden. Die Angebote reichen vom Museumsbesuch bis zum Tischtennisturnier, von der Kochgruppe bis zu Spaziergängen und Ausflügen in die Umgebung. Hierbei steht das gemeinsame Erleben im Vordergrund.

Außerdem gehört die Übernahme von Verantwortung, wie z. B. im Küchendienst, dazu. Zwischen den Therapieangeboten ergeben sich verschiedene Möglichkeiten zum Austausch und zur Reflexion der gemachten Erfahrungen. Durch verschiedene Ansichten und Haltungen im Umgang miteinander spiegeln sich häufig bekannte Verhaltensweisen aus dem Alltag wieder, so dass sich wichtige Anregungen für die Behandlung ergeben.

Ergotherapie

Arbeiten und sinnvolle Beschäftigung sind Bestandteile menschlicher Selbstverwirklichung. Die Ergotherapie lenkt die Selbstwahrnehmung auf das Tun, auf die Aktivität, auf das, was jemand kann und nicht kann, aber auch auf die Art und Weise, wie jemand etwas macht. Im Rahmen der Ergotherapie kann ich demnach erfahren und spüren, wie ich mich anstrenge, konzentriere, durchhalte und wie ich mit Fehlern umgehe. Ich kann lernen, verlorengegangene Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen, und ich kann lernen, mich mit Mitmenschen auseinander zusetzen - mich einzulassen und einzugrenzen.

Bewegungstherapie

Ausgehend von psychomotorischem und motologischem Gedankengut soll den Patientinnen und Patienten die Möglichkeit geboten werden, das Bewusstsein auf den eigenen Körper zu lenken, Freude an Bewegung und Spiel zu finden und innerhalb der Gruppe in Kontakt zu treten. Es geht darum, den Körper als Ganzes mit seinen inneren und äußeren Grenzen kennen zu lernen.

Theatertherapie

Die Theatertherapie ist eine spezielle Form der Kunsttherapie, sie bietet den Patientinnen und Patienten die Möglichkeit aus dem eigenen Rollenmuster zu treten, sich spielerisch selbst zu entdecken und darzustellen, Gefühle zu zeigen und vieles auszuprobieren.

Lebenspraktische Aktivitäten

Psychiatrische Krankenpflege hat im Allgemeinen die Aufgabe, Patientinnen und Patienten zu pflegen, zu unterstützen und zu fördern, sodass Aktivitäten des täglichen Lebens selbstständig ausgeübt werden können. Dazu gehören Einzelgespräche und gemeinsames Tun, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.

In Kleingruppen werden lebenspraktische Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickelt, gefördert oder erhalten, die für die gesundheitliche Stabilisierung notwendig sind. Hierzu zählen z. B. die Koch-, Back- und Einkaufsgruppe sowie die Übernahme von verantwortlichen Tätigkeiten im Stationsalltag (Küchendienst, Tischdienst, Blumendienst, Terrassendienst, Raucherzimmerdienst).

In Freizeitgestaltungsgruppen (Außenaktivitäten, spielen) lernen die Patientinnen und Patienten zusammen mit anderen ihren Alltag sinnvoll zu gestalten. Der eigenverantwortliche Umgang mit Medikamenten sowie das Erkennen von Wirkungen und Nebenwirkungen sind für Patientinnen und Patienten eine äußerst wichtige Aufgabe und dementsprechend auch ein Ziel der Behandlung.

Entspannungsverfahren

Die Patientinnen und Patienten lernen hier das Entspannungsverfahren der „Progressiven Muskelrelaxation“ nach Jacobson. Dies soll ihnen ermöglichen, innere Anspannung rechtzeitig wahrzunehmen und eigenständig zu regulieren.

Imaginationsübungen

Mit Hilfe von Imaginationsübungen erlernen die Patientinnen und Patienten mit der sie überflutenden Symptomatik von Albträumen, negativen Gedanken und deren körperlichen Begleitreaktionen umzugehen. Bei den verschiedenen Imaginationsübungen nutzt man die menschliche Vorstellungskraft zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte.

Die Imagination gehört vermutlich zu den ältesten Formen des Heilens, die Selbstheilungskräfte der Patientinnen/Patienten sollen dabei aktiviert und gestärkt werden. Die imaginierten Bilder wirken anders als Worte allein, weitere Gehirnregionen werden aktiviert, trainiert und zur inneren Verarbeitung einbezogen. Beim Anwenden von Imagination wird die innere Wahrnehmung gefördert, die je nach Veranlagung des Einzelnen mehr von Bildern, Farben, Formen, Gerüchen, Geräuschen, Berührungen oder Gedanken geprägt sein kann.

So wird die Verbindung zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen Seele und Körper gefördert. Die Imaginationsübungen sollen auch der Vorstellung entgegenwirken, Schutz und Sicherheit sei nur bei anderen Menschen zu finden und zu erwarten.

Soziotherapeutische Gruppe

In dieser Gesprächsgruppe werden von den Patientinnen und Patienten Probleme in den Bereichen Finanzen, Wohnen, Arbeit, Partnerschaft oder Umgang mit der Erkrankung besprochen.

Neben dem Austausch untereinander steht hier auch das Finden von konkreten Zielen und Umsetzungsmöglichkeiten im Vordergrund.