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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

112 oder 110 – Louisa weiß, welche Nummern Hilfe bringen

Dienstag, 02. Juli 2019

Rund 90 Kinder kamen trotz der Hitzewelle am Sonntag zum Aktionstag „Fit in die Schule" am Heidekreis-Klinikum.

Am Sonntag steppte sprichwörtlich der Bär im Heidekreis-Klinikum Walsrode: „Wumbo", das Maskottchen des Heide Park Resorts war zum Aktionstag „Fit in die Schule" gekommen. „Es ist eine große Ausnahme, dass Wumbo das Gelände des Heide-Parks verlässt," erklärte Stephen Nugnis, der als Senior Manager für die Markenplatzierung verantwortlich ist. „Seit rund zehn Jahren war Wumbo nicht mehr auf einem Außentermin, aber hier haben wir gern eine Ausnahme gemacht: Uns ist es nämlich wichtig, dass Wumbo allen Kindern zeigt, dass man keine Angst haben muss, wenn man ins Krankenhaus kommt." Und Wumbo, der mit einem verstauchten Arm ins Teddykrankenhaus kam, war tapfer als ein Röntgenbild gemacht wurde und der Arm verbunden wurde. Auf die Frage, ob die Behandlung wehgetan habe, schüttelte er lächelnd den Kopf und hob den Daumen. Topp – so soll es sein!

Genauso tapfer waren übrigens auch die Kuscheltiere der rund 50 Kinder, die ihre kleinen Lieblingen zu den „Teddy Docs" Meike Heins (Pflegedirektorin) und Rezvan Hayati (Schüler der Krankenpflegeschule) brachten. Stitschi (siehe Foto) kam mit einem Sonnenstich; ein kleiner Nasenbär war aus der Karre gestürzt, hatte sich seine Nase gebrochen. Apropos Bruch: Großer Andrang der Kinder auch bei den „Spaß-Gipsen", manchmal mit Anschluss-Foto direkt vor dem Schild Notaufnahme. Dazu dachten sich Bennet und Bruder Fynn-Joel noch passende „Stunt-Unfälle" aus und Vater Tino überlegte kurz, ob er seiner nichts ahnenden Frau vielleicht ein Foto von den beiden schickt...

Ranzen in allen Farben und Größen stellte Lederwaren Feddersen aus Soltau aus. Eine Großmutter erinnerte sich an ihren Lederranzen mit Schiefertafel, ihre Tochter wiederum wusste noch, wie riesig groß ihr erster Ranzen war und freute sich, dass es mittlerweile ergonomisch geformte Modelle für die eigenen Kinder gibt.
Heiß begehrt, trotz noch mehr Hitze, war ein Platz im Polizeiauto – die Kids wollten kaum mehr aussteigen – und natürlich wurden auch viele, um die 50, Fingerabdrücke genommen. Frank Rohleder, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Heidekreis: „Außerdem wurden uns fünfzehn Fahrräder vorgestellt, von denen nur vier sicherheitsrelevante Mängel aufzeigten." Klar, Wumbo schaute auch bei ihnen vorbei (siehe Foto).

Louisa kommt nach den Sommerferien bereits in die zweite Klasse. Sie lernte beim Rettungsdienst des DRK Kreisverband Fallingbostel e.V. und der Abteilung Intensivmedizin und Anästhesie, wie man einen Verband um das Ellenbogengelenk so wickelt, dass der Arm danach noch angewinkelt und gestreckt werden kann. Auf die Frage von Chefarzt Dr. med. Ulrich Blumenthal: „Wenn jemand verletzt ist, wen rufst Du an?" antwortete sie sofort „112". Klar, dass Louisa ihren Ausweis zum „Kleinen Rettungssanitäter" nach der Übung an einer Wiederbelebungspuppe überreicht bekam. Till wiederum versuchte sich am „Bonbon-Angel-Gerät", einem Gerät an dem angehende Chirurgen trainieren. Oliver Schwarz, Leitender Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie: „Mit dieser sogenannten Lübecker Toolbox üben junge Ärzte laparoskopische Eingriffe, für die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie. Hier kommt es ganz besonders auf bimanuelles, überkreuztes Arbeiten und eine aufeinander perfekt abgestimmte Hand-Augen-Koordination an."
Die Augenärzte „Die Augenpartner" boten Sehtests an. Über 40 Kinder – und auch einige Erwachsene – ließen ihre Sehkraft prüfen. Gut zu wissen: Bis zum 6. Lebensjahr kann die Sehkraft deutlich verbessert werden. Deshalb rät Augenarzt Dr. med. Andreas Müller: „Sobald Sie als Eltern das Gefühl haben, Ihr Kind könnte eine Sehschwäche haben, sollten Sie mit ihm eine Sehschule aufsuchen. Bereits Augen von Kindern im ersten Lebensjahr können gezielt auf mögliche Sehfehler untersucht werden!" Den Orthoptistinnen stehen dann verschiedene therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung, z. B. eine Brille oder eine Abklebebehandlung mit einem Pflaster.
Ergotherapeutin Daniela Erfurt aus dem Heidekreis-Klinikum beriet Eltern und Kindern, die graphomotorisch kleinere Schwierigkeiten haben. Daniela Erfurt: „Wir Ergotherapeuten merken, dass vermehrt Kinder, hauptsächlich Jungs, graphomotorische Probleme haben, die aber oft erst mit der Einschulung erkannt werden. Ich lege deshalb allen Eltern ans Herz, frühzeitig mit ihren Kinder gemeinsam zu malen. Denn wenn ein Kind nicht gern malt, kann das daran liegen, dass dem Kind das Malen schwer fällt und je früher das erkannt wird und das Kind Hilfe bekommt, desto schneller tritt auch ein Erfolgserlebnis fürs Kind ein."
Hörakustiker GUND war, wie Wumbo merkte, ziemlich ausgebucht: Für einen Hörcheck hatte er keine Zeit, zu viele Kinder warteten noch. Letztendlich gönnte sich Wumbo noch ein Eis von Eis Michele, der seinen Wagen auf dem Krankenhausgelände aufgestellt hatte, dann ging es zurück ins Heide Park Resort. „Toll, dass Du da warst, Wumbo", so die einhellige Meinung vom Heidekreis-Klinikum, „Dankeschön!".

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