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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Stürze und Druckgeschwüre verhindern!

Stürze und Druckgeschwüre verhindern!
Die Entwicklung von Druckgeschwüren und die Häufigkeit des Auftretens von Stürzen sind Hinweise für die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit.

Sowohl Druckgeschwüre als auch Stürze können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, bis hin zum Versterben der betroffen Patientinnen und Patienten. Dies trifft insbesondere zu, wenn diese älter sind oder an mehreren Erkrankungen leiden. Der demografische Wandel und die wachsende Zahl von mehrfacherkrankten Menschen (Multimorbidität) führen zu einer Steigerung des Risikos. 2015 betrug die Druckgeschwürrate im Heidekreis-Klinikum 0,58 Prozent (106 Patientinnen und Patienten hatten bereits bei der stationären Aufnahme ein Druckgeschwür, bei sechs Personen ist das Druckgeschwür nachweisbar im HKK entstanden). Sämtliche Druckgeschwüre werden während des stationären Aufenthaltes elektronisch und fotografisch dokumentiert.

Im Heidekreis-Klinikum wurden im Jahr 2015 circa 19.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Davon sind 3 Prozent gestürzt, wobei die Häufigkeit nach Fachbereichen getrennt sehr unterschiedlich war. So sind in der Geriatrie mehr Menschen gestürzt als beispielsweise in der Gynäkologie. Auch die in der Literatur zu findenden Referenzzahlen bewegen sich in einer Schwankungsbreite zwischen 3,5 und 17 Prozent.

Neben den oft folgenschweren Einschränkungen der Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen sind diese Komplikationen mit einem verlängerten Krankenhausaufenthalt und zusätzlichen Kosten verbunden. Eine Reduktion der Drückgeschwür- und Sturzhäufigkeit ist daher aus Sicht der Patientinnen und Patienten, des betreuenden Personals, der Krankenhäuser, der Kostenträger und letztlich der Gesellschaft dringlich und relevant.

Im Heidekreis-Klinikum werden daher alle Patientinnen und Patienten nach festgelegten, leitliniengestützten Kriterien auf ihr Sturz - und Dekubitusrisiko hin eingeschätzt. Abhängig vom Ergebnis werden Maßnahmen zur Vorbeugung (Prophylaxe) ausgewählt und eingesetzt. Dabei orientieren wir uns an den Empfehlungen des „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ und am nationalen Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe“.

Neben der Prophylaxe ist die kontinuierliche und systematische Schulung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiges Instrument, um Stürze und Druckgeschwüre zu vermeiden. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei  auf die Schulung im Umgang mit Menschen mit dementiellen Erkrankungen, die für Komplikationen besonders anfällig sind. So erhalten alle pflegerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine viertägige Schulung zum Thema „Demenz“. 

Ebenso, wie wir Stürze nicht völlig verhindern können, erleiden Patientinnen und Patienten trotz aller prophylaktischer Maßnahmen Druckgeschwüre. Die Behandlung erfolgt durch speziell ausgebildete Pflegekräfte, die in einem standardisierten und erprobten Verfahren gemeinsam mit den behandelten Ärztinnen und Ärzten und den Pflegeden der Stationen die Wundversorgung übernehmen.

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