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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Fakten rund um den Neubau des Heidekreis-Klinikums

Dienstag, 10. September 2019

Immer wieder erreichen uns Fragen rund um das Thema „Klinikneubau im Heidekreis". Dieses Interesse zeigt uns, dass der Bevölkerung des Heidekreises das Thema einer verlässlichen, allumfassenden und auf dem neuesten Stand der Möglichkeiten arbeitenden Gesundheitsversorgung im Heidekreis am Herzen liegt. Deshalb möchten wir auf diesem Weg auf die uns momentan am häufigsten gestellten Fragen antworten:

1. Wer entscheidet, wo das neue Zentralklinikum gebaut wird?
Momentan werden sieben mögliche Bereiche, in denen ein Gesamtklinikum entstehen kann, in einem Raumordnungsverfahren (ROV) geprüft. Auftraggeber des ROV ist das Heidekreis-Klinikum. Dieses Verfahren soll bis Herbst 2020 abgeschlossen sein. Falls sich mehr als eine Fläche für den Bau eignet, wird die Geschäftsführung den Aufsichtsrat über die Vor- und Nachteile der Standorte informieren. Der Aufsichtsrat wird dann dem Kreistag als Gesellschafter eine Empfehlung geben. Dieser entscheidet final über den Standort des neuen Gesamtklinikums.

2. Was passiert, falls es zu keiner Entscheidung kommt?
Alle Verantwortlichen für das Projekt „Gesamtklinikum im Heidekreis" wissen, dass ihre Entscheidung zukunftsweisend für den gesamten Landkreis ist. Das neue Krankenhaus ist notwendig, um die zeitgemäße medizinische Versorgung der Patienten, sowohl ambulant als auch stationär, für die Zukunft sicherzustellen.
Ohne das neue Zentralklinikum sind Einschränkungen in der medizinischen Versorgung des Landkreises zu befürchten.
Zum Beispiel genügen die baulichen Strukturen beider Altstandorte den Ansprüchen moderner medizinischer Versorgung heute nur noch eingeschränkt. Notwendige technische Erweiterungen sind baulich nicht möglich, so dass wichtige Therapien und Operationen nicht angeboten werden können. Ein Beispiel: Für den Aufbau einer Fachabteilung für Gefäßmedizin, die sich zu einem zertifizierten Gefäßzentrum entwickelt, ist die Vorhaltung eines Hybrid-OPs Voraussetzung. An keinem der beiden Standorte wäre ein Bau eines solchen, sehr großen Operationssaales überhaupt möglich. Auch sind heute spezialisierte Fachbereiche auf zwei Kliniken verteilt, so dass Patienten mit multiplen Erkrankungen zwischen den Kliniken hin und her verlegt werden müssen.

3. Gibt es eine feste Zusage des Landes Niedersachsen über 130 Mio. € für einen Neubau? Ist diese Zusage, falls die konkreten Kosten eines Neubaus deutlich höher werden, noch einmal verhandelbar?
Nein, eine feste Zusage gibt es nicht: Fördermittel können nur für ein konkretes Projekt mit einer konkreten Planung im Rahmen der Hauptunterlage Bau (HU Bau) beim Land Niedersachsen beantragt werden. Aus Gründen der Gesamtplanung ist es zwingend notwendig, zuerst ein konkretes Grundstück mit allen bekannten Beschaffenheiten (z. B. Bodengrundverhältnisse, Bodenhydrologie, Topografie) zu benennen. Ohne die Festlegung auf ein konkretes Baugrundstück ist es nicht möglich, eine entsprechende Krankenhausplanung vorzunehmen und sich daraus ergebende Investitions- und Kostenschätzungen abzuleiten.

4. Wie viele Mitarbeiter werden bis zum Umzug ihren Arbeitsplatz verlieren?
Es hat und wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Befristete Verträge werden überprüft und teilweise neue befristete Verträge ausgegeben, da durch den Neubau Doppelstrukturen wegfallen werden. Grundsätzlich orientiert sich die personelle Entwicklung des Heidekreis-Klinikums maßgeblich an den Patientenzahlen.
Das neue, moderne Gesamtklinikum wird Patientenvertrauen zurückgewinnen. Dadurch wird es mittelfristig möglich sein, mehr Patienten zu behandeln und somit weiteres Personal einzustellen.

5. Die Wege für viele Bürger in das neue Krankenhaus werden doch länger sein, als jetzt mit den Krankenhäusern an zwei Standorten?
Wichtiger als der Weg zum Krankenhaus ist die Qualität der Versorgung im Krankenhaus. Patienten, die je nach Erkrankung und Spezialgebiet in der Erstklinik nicht optimal versorgt werden können und anschließend verlegt werden müssen, sind einem größeren Risiko ausgesetzt. Für die Versorgung der Patienten ist es also ein großer Vorteil, in einem Gesamtklinikum mit allen relevanten Fachbereichen versorgt zu werden.

6. Werden Arbeitsplätze, die jetzt direkt in den Städten Soltau und Walsrode liegen, durch den Neubau verloren gehen?
Der Klinikneubau sichert und schafft Arbeitsplätze im Landkreis. Unsere Mitarbeiter wohnen im gesamten Landkreis und darüber hinaus. Mitarbeitende aus Soltau oder Walsrode werden einen neuen Weg zur Arbeit haben, für andere Mitarbeiter wird sich der Arbeitsweg zum neuen Standort verkürzen. Uns ist wichtig, dass die Arbeitsplätze im Landkreis durch den Klinikneubau insgesamt gesichert und langfristig ausgebaut werden können.

7. In den 70er Jahren wurde das Thema „Einhäusigkeit" diskutiert – und verworfen. Weshalb jetzt plötzlich dieser Strategiewechsel?
Aus heutiger Sicht war die – nach der Kreisreform – kurz diskutierte „Einhäusigkeit", die damals aber politisch nicht durchsetzbar gewesen wäre, sehr vorausschauend, vielleicht sogar der Zeit voraus. Die damalige und heutige Situation ist aber in puncto Richtlinien und Kennzahlen sowie Finanzierung nicht mehr vergleichbar. Heute müssen Ärzte zum Beispiel Mindestmengen an speziellen Operationen durchführen, um sich entsprechend zu qualifizieren. Werden diese Operationen auf mehrere kleine Krankenhäuser verteilt, ist es nicht möglich, die vorgegebenen Fallzahlen zu erreichen.

Auch die Menschen nehmen die Vorteile größerer, spezialisierter Kliniken sehr bewusst wahr. Viele Patienten vertrauen kleineren Krankenhäusern weniger und ziehen gerade bei besonderen Operationen heute oft die Spezialabteilungen benachbarter Großkliniken vor. Dieser Patientenrückgang ist unter anderem ein Grund, weshalb man sich für ein Gesamtklinikum entschieden hat.

Aktuell werden beide Häuser nicht als „vollwertige" Kliniken wahrgenommen, da an beiden Standorten unterschiedliche Fachbereiche angesiedelt sind. Eine qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung unserer Patienten wird auf lange Sicht gesehen in der aktuellen Konstellation nicht möglich sein. Dies ist nur mit der Zusammenlegung zu einem Großklinikum zu gewährleisten.

8. Wäre es nicht besser, heute noch einmal in die bestehenden Standorte zu investieren, statt ein neues Haus an einem Standort zu bauen?
Die Sanierung eines Krankenhauses ist ein äußerst komplexer und aufwändiger Prozess, der sich bei laufendem Betrieb kaum realisieren lässt. Auch die bauliche Struktur beider Standorte ist für einen weiteren Ausbau und eine Modernisierung nicht geeignet.
Der bauliche und technische Sanierungsbedarf an unseren beiden Standorten ist zudem sehr hoch. Zur Verdeutlichung hier ein paar Punkte, die für beide Standorte gelten:

  • Notwendige technische Erweiterungen sind baulich nicht möglich, so dass wichtige Therapien und Operationen nicht angeboten werden können.
  • Es gibt bei diversen technischen Anlagen Probleme mit Ersatzteilen, die nicht mehr hergestellt werden. Das heißt diese Anlagen müssten – bei laufendem Betrieb – ausgetauscht werden.
  • Die Gebäudeleittechnik, also die Überwachung und wirtschaftliche Steuerung der technischen Gebäude-Komponenten wie u. a. Heizung, Beleuchtung, Lüftungs- und Klimaanlagen, ist an beiden Standorten veraltet, eine Integration in hochmoderne, aktuelle Systeme nicht mehr möglich.
  • Die Wärmedämmung ist weit vom heutigen Standard entfernt.
  • Fehlende Lüftungstechnik wurde in Teilen durch dezentrale und damit sehr unwirtschaftliche Klimatechniken ersetzt.
  • In der Elektrotechnik gibt es keine räumliche Trennung des Netzstroms von der Sicherheitsstromversorgung, was bei größeren Erweiterungen sehr aufwändig und nur unter Raumverlusten herzustellen wäre. Eine Trennung kann – selbst beim größtmöglichen Störfall Großbrand – eine zweite Stromversorgung gewährleisten.
  • Die Aufzugskapazitäten sind auf die derzeitigen Gebäudestrukturen beschränkt, außerdem sind die Aufzugsanlagen technisch veraltet.
  • Das Gesamtklinikum wird knapp unter 400 Betten vorhalten. Am Standort Walsrode, mit 267 Betten, gibt es bereits heute für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher nicht genügend Parkplätze.

9. Viele Menschen im Heidekreis suchen ein anderes Krankenhaus auf, wenn sie eine Operation/ Behandlung durchführen lassen müssen. Warum sollte ein Neubau die Akzeptanz des Heidekreis-Klinikums bei den Bürgern erhöhen?
Unser moderner Neubau wird die Patienten überzeugen. Dafür sprechen viele Gründe, hier nur ein paar Beispiele:

  • Der Neubau wird die Wünsche nach zeitgemäßen Standards bei den Patientenzimmern erfüllen.
  • Das HKK wird sich auch medizinisch weiterentwickeln: Es ist z. B. eine Kompetenz für Lungenheilkunde geplant sowie die Erweiterung der Frauenheilkunde durch den Ausbau der gynäkologischen Onkologie.
  • Fachabteilungen werden sich zertifizieren, so dass die Bevölkerung diese Zertifizierungen als Qualitätsbeweis für exzellente medizinische und pflegerische Leistungen vorliegen hat.
  • Die neue Großklinik schafft Klarheit – sie ist erster und einziger Anlaufpunkt für alle Patienten. Frühere Unsicherheiten, welcher Standort für welche Erkrankung zuständig ist, sind dadurch behoben.
  • Es sind keine Verlegungen und Transporte mehr zwischen den Krankenhaus-Standorten nötig.
  • Das Gesamtklinikum in zentraler Lage im Heidekreis wird von mindestens 85 % aller Bewohner des Landkreises innerhalb von 30 Minuten erreichbar sein. Im Notfall geht es schneller.

10. Wie kann sichergestellt werden, dass auch Menschen ohne eigenes Auto das neue Krankenhaus gut erreichen? Dass nicht motorisierte Mitarbeiter zu ihrem neuen Arbeitsort kommen?
Selbstverständlich ist es eine Voraussetzung, dass der Landkreis auf eine gute Anbindung des neuen Klinikums durch den ÖPNV achtet. Auch die Mitarbeitenden müssen mit ihrem täglichen Arbeitsweg eingeplant werden. Momentan wohnen nur rund 40 % der Mitarbeitenden in dem Stadtgebiet oder umliegenden Dörfern des Standortes, an dem sie heute arbeiten. 15 % der Soltauer Mitarbeitenden wohnen außerhalb des Landkreises, in Walsrode sind es sogar 20 %. Viele unserer Mitarbeitenden müssen zudem momentan zwischen den Standorten pendeln, so dass ein Zusammenschluss für viele auch eine deutliche Fahrtzeitenminimierung bedeutet.

11. War der Bau des Gesundheitszentrums in Walsrode umsonst, wenn es zu einem Neubau auf der „grünen Wiese" kommt?
Nein. Das Gesundheitszentrum ist schon heute zu großen Teilen vermietet, zum Beispiel an niedergelassene Ärzte und eine Pflegeeinrichtung – und das wird auch so bleiben.

 

Haben Sie weitere Fragen zu unserem Neubau-Projekt? Dann schreiben Sie uns gern: nina.bernard@heidekreis-klinikum.de

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