Chirurgin mit Schutzkleidung
Logo des Heidekreisklinikums

Proktologie

Heidekreis-Klinikum

Herzlich willkommen in der Proktologie

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

wir bieten Ihnen ein umfangreiches Angebot an nicht operativer (konservativer) und operativer Behandlung, die sowohl ambulant als auch stationär erfolgen kann.

Die Proktologie befasst sich mit Erkrankungen des Enddarms. Eine differenzierte Abklärung dieser Symptome erfordert breitgefächerte diagnostische Möglichkeiten, die wir innerhalb unserer Proktologie interdisziplinär anbieten können.

Bei Erkrankungen des Enddarms handelt es sich um ausgesprochen häufig auftretende Erkrankungen, die aber oft verdrängt oder aus Scham verschwiegen werden. Die Beschwerden sind vielfältig und komplex, darunter Juckreiz, Schmerzen, Blutungen, Inkontinenz oder Entleerungsstörungen.

Die proktologische Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft und erfordert keine Gabe von schmerzstillenden oder bewusstseinseinschränkenden Medikamenten. Neben der gründlichen Erfragung der Vorgeschichte, Nebenerkrankungen und des Krankheitsverlaufes gehört zu einer proktologischen Untersuchung die Betrachtung und Betastung des Afters und der Umgebung. Dieses erlaubt in der Regel eine orientierende Einschätzung der ursächlichen Erkrankung und Funktionseinschränkungen.
Bei von vornherein schmerzhaften Erkrankungen des Enddarmes (Eiterungen oder Analeinrisse) kann es sein, dass die Untersuchung zur Vermeidung von Schmerzen in Narkose durchgeführt werden muss. Dieses wird mit Ihnen im Rahmen der Sprechstunde besprochen.

Die operative Therapie des Dickdarms und des Mastdarms werden in unserer Klinik nach Möglichkeit immer laparoskopisch, d. h. in der Schlüssellochtechnik durchgeführt.

 

Kontakt

Sekretariat:
Stephanie Zillmann
Telefon: 05161 602-1411
Fax: 05161 602-1480

E-Mail schreiben

Sprechstunde Proktologie

Termine nach Vereinbarung, dienstags 12:00 – 15:00 Uhr; donnerstags 08:00 – 12:00 Uhr

Tel.: 05161 602-1472 

Alternativ können Sie auch unsere Online-Termin-Vereinbarung nutzen:

Termin online buchen

Diagnostik

Die Diagnostik besteht in erster Linie aus einem ausführlichen Gespräch mit dem Betroffenen, unterstützt durch unterschiedliche Untersuchungen.

In der Regel ist ca. 30 min. vor der proktologischen Untersuchung eine Reinigung des Enddarmes mittels eines sog. Mini-Klistier ratsam.

Untersuchungen:

  • Manuelle Untersuchung des Enddarmes
  • Proktoskopie (Enddarmspiegelung)
  • Starre Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)
  • Transrektale Endosonografie EUS (Ultraschall-Untersuchung des Enddarmes/ Mastdarmes)

Therapie

  • Konservative Behandlung von Hämorrhoiden
  • Operative Behandlung von Hämorrhoiden (Operation nach Milligan Morgan, Parks, Ferguson, Longo, u.a.)
  • Konservative und operative Behandlung von Schleimhautrissen der Analregion (Fissuren)
  • Fistelchirurgie (wanddurchbohrende Gangsysteme)
  • Behandlung eines Enddarmvorfalls (Analprolaps) und
  • Mastdarmvorfalls (Rektumprolaps)
  • Behandlung der Stuhlinkontinenz
  • Behandlung der analen Feigwarzen
  • Behandlung der Darmentleerungsstörung (ODS-Syndrom)
  • Behandlung der Analabszesse
  • Behandlung der Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis)
  • Behandlung der Marisken  

Neben dem ausführlichen Gespräch zählen zur Diagnostik die Manuelle Untersuchung, die Proktoskopie und Rektoskopie. Schmerzen verursacht keine der Untersuchungen.

Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß des Hämorrhoidalleidens. In den frühen Stadien ist eine konservative Behandlung sinnvoll. Diese beinhaltet beispielsweise die Sklerosierung (Verödung) und die Gummibandligatur. Bei höhergradigen Hämorrhoiden ist eine operative Behandlung empfehlenswert.

Zu den üblichen Verfahren zählen die Operationsmethode nach Milligan Morgan (offenes Verfahren) und die Methode nach Longo (transanales Verfahren mittels eines Klammernahtgerätes) und viele mehr (z.B. OP nach Parks, Ferguson, u.a.). In jedem Fall sollte immer eine Regulation der Stuhlkonsistenz vorgenommen werden, um Obstipation zu vermeiden, und es sollte körperliche Bewegung in den Alltag integriert werden.

Häufig verwechselt mit einem thrombosierten Hämorrhoidalknoten stellt die Perianalvenenthrombose ein Gerinsel kleinster Venen der Perianalregion dar, ohne dass ein Hämorrhoidalleiden vorliegen muss.

Häufig betroffen sind Schwangere und Menschen, die unter Obstipation leiden. Die Behandlung kann in der Regel sofort in Lokalanästhesie erfolgen. In der Regel ist die Wunde nach ca. 2 Wochen abgeheilt.

Fissuren der Analregion sind kleine (manchmal auch tiefe) Einrisse im Analkanal, welche insbesondere beim Stuhlgang Beschwerden bereiten in Form eines stechendes Schmerzes oder Brennen.

Heilt solch eine Fissur nicht spontan ab, liegt häufig ein erhöhter Tonus des Schließmuskels vor, so dass die Durchblutung der Region vermindert und eine Spontanheilung erschwert ist. Häufig reicht eine Salbentherapie aus, um die Fissur zur Abheilung zu bringen. Sollte dies nicht der Fall sein, und es entwickelt sich eine chronische Analfissur, ist ein operatives Verfahren ratsam. Bei diesem wird in Vollnarkose die Fissur ausgeschnitten und der Schließmuskel gedehnt. Manchmal ist noch eine zusätzliche Behandlung mit Botulinumtoxin (sog. Botox (R)) erforderlich.

Fisteln sind nicht natürlich vorkommende Gangsysteme, welche blind im den Darm umgebenden Fettgewebe oder den Darm durchbohrend im Darmlumen enden können.

Durchbohren diese Fisteln den Schließmuskel, bevor sie das Darmlumen erreichen liegt eine sog. Transsphinktere Fistel vor. Je nachdem wie viel Schließmuskel betroffen ist, kann es bei einer operativen Versorgung auch zu Verletzungen des Schließmuskels und evtl. zur Beeinträchtigung der Kontinenz kommen.

Symptomatisch werden solche Fisteln sehr häufig durch Ausbilden eines Abszesses. Bei Ausbildung von Fisteln bei Menschen, die an einem M.Crohn leiden ist die Ursache nicht geklärt.

Unter einem Analprolaps versteht man den Vorfall von Analhaut aus dem After, häufig auch vergesellschaftet mit einem fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden (IV°). Jedoch ist der Unterschied zum alleinigen Hämorrhoidalprolaps, dass beim Analprolaps die Linea dentata nicht sichtbar ist.

Zur Behandlung kommen operative Verfahren wie OP nach Longo oder STARR in Frage.

Der Mastdarmvorfall (sog. Rektumprolaps) ist eine seltene Erkrankung, welche vornehmlich Frauen betrifft. Durch eine Beckenbodenschwäche kann sich ein Vorfall des Mastdarmes entwickeln.

Je nach Ausmaß (innerer oder äußerer Vorfall) sind unterschiedliche Behandlungen notwendig.

Betroffen sind allerdings 3% der Bevölkerung. Die Stuhlinkontinenz betrifft Menschen jeglichen Alters, aber vor allem Menschen höheren Alters, auch häufig kombiniert mit der Harninkontinenz (Behandlung durch die Kollegen der Urologie und Gynäkologie). Auch Verletzungen des Schließmuskels oder Operationen im kleinen Becken, bei welchen Nerven verletzt werden können, können eine Stuhlinkontinenz verursachen.

Je nach Ausmaß der Inkontinenz werden unterschiedliche Schweregrade unterschieden. Die Stuhlinkontitnz ist die Unfähigkeit Stuhlgang oder Winde willkürlich halten zu können. Betroffene Menschen zusätzlich an einer eingeschränkten Lebensqualität. Entsprechend des Schweregrades variieren auch die Therapiemöglichkeiten: häufig helfen rein konservative Maßnahmen, manchmal sind jedoch auch operative Maßnahmen erforderlich.

Die Darmentleerungsstörung ist ein sehr komplexes Thema. Zu ihr zählen Stuhlinkontinenz, Obstipation und andere Formen der gestörten Stuhlentleerung.

Häufig durch eine Beckenbodenschwäche hervorgerufen, wovon ca. 30-50% der Bevölkerung betroffen sind, Frauen häufiger als Männer.

Bei der Beckenbodenschwäche kann diese als Gefühl einer unvollständigen Entleerung, als Unmöglichkeit der spontanen Darmentleerung oder einfach als chronische Verstopfung empfunden werden. Auch führt das Tiefertreten der Organe nicht selten dazu, dass im Dammbereich oder in der Scheide ein unangenehmes Druckgefühl oder gar ein Fremdkörpergefühl empfunden wird. Gelegentlich kann es sogar zu einem totalen Vorfall des Enddarms (Rektumprolaps) durch den Schließmuskel nach außen kommen.

Zur Diagnostik zählen eine detaillierte Anamnese, die Prokto-, Rekto-, Sigmoideoskopie, Endosonografie, Defäkografie.

Die Therapie richtet sich in erster Linie nach dem Schweregrad der Beschwerden. Am Anfang wird durch eine Stuhlregulierung versucht, die Beschwerden zu behandeln. Unterstützend wird Krankengymnastik zur Stärkung des Beckenbodens empfohlen. (Krankengymnastik anzuklicken mit Link zur KG-Seite).

Hilft dieses alleine nicht, ist eine operative Therapie erforderlich.

Zu den Tumorerkrankungen im Bereich des Mast- und Endarmes zählen das Rektumkarzinom, das Analkarzinom, Maligne Melanom der Perianalhaut und seltene Tumore im Bereich des kleinen Beckens.

Unser Team

Dr. med. Bassam Hammoud

Dr. med. Bassam Hammoud

Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Leitung des Darmkrebszentrums
Leitung des Hernienzentrums
Facharzt für Allgemeinchirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie
Zusatzweiterbildung: Spezielle Viszeralchirurgie

Porträtfoto von Jens Ino Kirchner.

Jens Ino Kirchner

Oberarzt
Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie, spezielle Viszeralchirurgie,
Zusatzbezeichnung Proktologie

Wir sind zertifiziert:

Siegel für die DEKRA-Zertifizierung
DKG-zertifiziertes Brustkrebszentrum
Logo des DHG Kompetenzzentrum Hernienchirurgie
DEKRA-ISO-9001-Zertifizierung der Krankenhaus-Apotheke.
Siegel für das Zertifikat Aktion saubere Hände