Chirurgen mit Schutzkleidung im OP
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Klinik für Gefäßchirurgie

Standort Walsrode

Klinik für Gefäßchirurgie

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Gesundheit steht bei uns im Mittelpunkt. Als spezialisierte Klinik für Gefäßchirurgie begleiten wir Sie kompetent, aufmerksam und menschlich – von der ersten Diagnostik über die individuell abgestimmte Therapie bis hin zur sorgfältigen Nachsorge.

Gefäßerkrankungen erfordern Erfahrung, Präzision und ein ganzheitliches Verständnis für Ihre persönliche Situation. Deshalb nehmen wir uns Zeit für Sie. Wir hören zu, beraten verständlich und entwickeln gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsplan.

Unser Leistungsspektrum umfasst die moderne Diagnostik mit innovativen Verfahren, konservative und operative Therapien auf höchstem medizinischem Niveau sowie eine umfassende postoperative Betreuung. Dabei behalten wir nicht nur den medizinischen Verlauf im Blick, sondern unterstützen Sie auch in sozialen und organisatorischen Fragen – denn Heilung braucht mehr als eine erfolgreiche Operation.

In unserer Klinik können Sie sich darauf verlassen: Wir kümmern uns um alles. Mit fachlicher Kompetenz, langjähriger Erfahrung und einem engagierten Team, das Sie auf Ihrem gesamten Behandlungsweg begleitet.

Ihr Vertrauen ist unser Ansporn.

Ihr Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie
Dr. Ovidiu-Cosmin Godina, MHBA

Kontakt

Sekretariat:
Stephanie Zillmann
Telefon: 05161 602-1411
Fax: 05161 602-1480

E-Mail schreiben

Sprechstunden

Mi: 9 - 14:30 Uhr
Fr: 9 - 14:30 Uhr
Anmeldung online oder telefonisch
Tel. 05161 602-1472

Mo: 9 - 14:30 Uhr
Anmeldung durch Hausärzte bzw. niedergelassene Ärzte:
Tel. 05161 602-1411

Wundsprechstunde:
Mi: 10 - 12 Uhr

 

Diagnostik

Gefäßdiagnostik

Die Gefäßdiagnostik umfasst alle Verfahren zur Untersuchung des Gefäßsystems. Wenn Sie sich mit Beschwerden an uns wenden, erwarten Sie zu Recht, dass wir Ihre Symptome lindern oder – wenn möglich – heilen. Voraussetzung dafür ist eine genaue Klärung der Ursache. Viele Beschwerden können unterschiedliche Auslöser haben. Deshalb ist eine sorgfältige und systematische Diagnostik entscheidend.

Den ersten Schritt bilden das ausführliche Gespräch (Anamnese) und die körperliche Untersuchung. In vielen Fällen liefern sie bereits wichtige Hinweise. Häufig sind jedoch ergänzende Untersuchungen notwendig, um Art, Ort und Schwere einer Gefäßerkrankung exakt zu bestimmen. Erst auf dieser Grundlage können wir Ihnen eine gezielte und individuell angepasste Therapie empfehlen.

Die diagnostischen Verfahren bauen in der Regel aufeinander auf – von einfachen, wenig belastenden Methoden bis hin zu technisch aufwendigeren bildgebenden Untersuchungen. Nicht jede Untersuchung ist immer erforderlich. Welche Schritte sinnvoll sind, besprechen wir selbstverständlich im Vorfeld ausführlich mit Ihnen.

Im Rahmen der Anamnese schildern Sie uns Ihre Beschwerden ausführlich. Ergänzend stellen wir gezielte Fragen, um ein möglichst genaues Bild Ihrer Situation zu erhalten. Dabei interessieren uns insbesondere:

  • Art und Intensität der Beschwerden
  • Zeitpunkt des Auftretens und Verlauf
  • Lokalisation und mögliche Ausstrahlung

Darüber hinaus erfassen wir weitere medizinisch relevante Informationen, zum Beispiel:

  • Bestehende Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Medikamenteneinnahme (insbesondere Blutverdünner)
  • Allergien oder Unverträglichkeiten, z. B. gegenüber Kontrastmitteln
  • Ihre häusliche Versorgungssituation nach einem möglichen Eingriff

Diese Informationen sind wichtig, um Risiken einzuschätzen und die weitere Diagnostik sowie Therapie optimal zu planen.

Im Anschluss folgt die körperliche Untersuchung. Sie findet meist im selben Raum statt wie das Gespräch. Je nach Beschwerdebild wird die betroffene Körperregion freigemacht.

Ambulante Sprechstunde

In der ambulanten Sprechstunde konzentrieren wir uns auf die Region, die Ihre Beschwerden verursacht. Dabei ist häufig ein Seitenvergleich sinnvoll – beispielsweise bei Durchblutungsstörungen der Beine. Deshalb untersuchen wir oft beide Beine, auch wenn nur eines Beschwerden bereitet. Bequeme Kleidung erleichtert Ihnen und uns die Untersuchung.

Was geschieht bei der Untersuchung?

Die klinische Untersuchung erfolgt überwiegend ohne technische Hilfsmittel. Der Untersucher nutzt dabei:

  • Inspektion – Betrachten der Haut und Körperregion
  • Palpation – Abtasten von Puls, Temperatur, Schwellungen

 

Inspektion

Hier achten wir auf Hautveränderungen, Wunden, Schwellungen oder Farbveränderungen.

Palpation

Durch Abtasten lassen sich Temperaturunterschiede, Verhärtungen oder Druckschmerzen feststellen. Besonders wichtig ist die Beurteilung der Pulse: Sind sie tastbar? Regelmäßig? Abgeschwächt?

Bei Beinbeschwerden führen wir gegebenenfalls eine Lagerungsprobe durch. Dabei beobachten wir, wie schnell nach Hochlagerung das Blut wieder in die Füße zurückfließt. Dies hilft, den Schweregrad einer Durchblutungsstörung einzuschätzen.

Diagnostikmethoden

Die Doppleruntersuchung ist eine einfache, schmerzfreie Ultraschallmethode zur Beurteilung des Blutflusses. Sie ergänzt die klinische Untersuchung und hilft, Durchblutungsstörungen nachzuweisen.

Das Verfahren nutzt den sogenannten Dopplereffekt: Bewegtes Blut verändert die Frequenz der ausgesendeten Ultraschallwellen. Diese Veränderungen werden hör- oder sichtbar gemacht. So kann festgestellt werden, ob an einer bestimmten Stelle Blut fließt – auch wenn kein Puls tastbar ist.

Die Untersuchung ist nicht belastend und jederzeit wiederholbar.

Zur genaueren Einschätzung einer Durchblutungsstörung der Beine messen wir den Blutdruck an Armen und Beinen. Aus dem Verhältnis beider Werte wird der sogenannte Ankle-Brachial-Index (ABI) berechnet.

  • Ein Wert um 1,0 spricht für eine normale Durchblutung.
  • Je niedriger der Wert, desto ausgeprägter ist die Durchblutungsstörung.
  • Werte unter 0,4 weisen auf eine schwere Durchblutungsstörung hin.

Diese Untersuchung ist ebenfalls unkompliziert und schmerzarm.

Die Farbduplexuntersuchung kombiniert Ultraschallbild und Blutflussmessung. Dabei werden:

  • Gefäßstrukturen in Schwarz-Weiß dargestellt
  • Blutflussrichtungen farblich markiert (Rot und Blau)
  • Flussgeschwindigkeiten gemessen

So lassen sich Verengungen oder Verschlüsse direkt sichtbar machen. Die Methode ist nicht belastend, hängt jedoch in gewissem Maß von der Untersuchungsqualität und den anatomischen Gegebenheiten ab.

Die Computertomografie (CT) ermöglicht eine sehr genaue Darstellung der Gefäße. Während der Untersuchung werden Röntgenstrahlen eingesetzt und ein jodhaltiges Kontrastmittel über eine Armvene verabreicht.

Vorteile:

  • Schnelle Durchführung
  • Sehr detaillierte Darstellung
  • Gute Beurteilung der Gefäße im Verhältnis zu umliegenden Strukturen

Nachteile:

  • Strahlenbelastung
  • Belastung von Nieren und Schilddrüse durch das Kontrastmittel

Vor der Untersuchung prüfen wir daher Ihre Nierenwerte und klären mögliche Risiken sorgfältig ab.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) arbeitet ohne Röntgenstrahlen, sondern mit starken Magnetfeldern. Sie ermöglicht ebenfalls eine detaillierte Gefäßdarstellung.

Besonderheiten:

  • Keine Strahlenbelastung
  • Längere Untersuchungsdauer
  • Lautere Geräuschentwicklung
  • Nicht geeignet bei bestimmten Metallimplantaten oder Herzschrittmachern
  • Für Planung komplexer endovaskulären Eingriffe nicht so gut geeignet im Vergleich zur CT-Angiographie

Es wird auch hier ein Kontrastmittel eingesetzt, das jedoch kein Jod enthält.

Die DSA ist die genaueste, aber auch aufwendigste Gefäßuntersuchung. Hier wird das Kontrastmittel direkt über einen Katheter in die Arterie eingebracht – meist über die Leiste.

Der Vorteil:
Diagnostik und Therapie können in derselben Sitzung erfolgen. Wird eine Engstelle entdeckt, kann sie häufig unmittelbar mit einem Katheterverfahren behandelt werden (z. B. Ballonaufdehnung oder Stentimplantation).

Ablauf der Untersuchung

Die Arterie wird punktiert und eine Schleuse eingelegt. Über diese können Katheter eingebracht werden. Während der Kontrastmittelgabe kann kurzzeitig ein Wärmegefühl auftreten (falls der Eingriff in Lokalanästhesie durchgeführt wird).

Nach Abschluss der Untersuchung wird die Punktionsstelle mit einem sogenannten Verschlusssystem verschlossen und mehrere Minuten komprimiert und gegebenenfalls mit einem Druckverband versorgt. Für einige Stunden ist Bettruhe erforderlich.

Therapie

Durchblutungsstörungen der Arme und Beine entstehen häufig durch Verengungen oder Verschlüsse der Blutgefäße. Ursache ist meist die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Dabei lagern sich Kalk und Fett (Plaques) in den Gefäßwänden ab, wodurch der Blutfluss behindert wird.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen beim Gehen („Schaufensterkrankheit“)
  • Kalte oder blasse Füße und Hände
  • Wunden, die schlecht heilen
  • Ruheschmerzen oder nächtliche Schmerzen in fortgeschrittenen Stadien

Unser Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern, Schmerzen zu lindern und – besonders wichtig – die betroffene Extremität zu erhalten.

 

Individuelle Therapie – abgestimmt auf Ihre Situation

Je nach Ausmaß und Lage der Gefäßveränderungen stehen verschiedene moderne Behandlungsverfahren zur Verfügung. Häufig können wir minimal-invasiv (über kleine Hautschnitte) behandeln. In komplexeren Fällen kommen operative oder kombinierte Verfahren zum Einsatz.

 

1. Ballondilatation (Aufdehnung von Gefäßverengungen)

Bei der sogenannten Ballondilatation wird ein dünner Katheter mit einem kleinen Ballon in das verengte Gefäß eingeführt. Der Ballon wird an der Engstelle entfaltet und drückt die Ablagerungen zur Seite. Dadurch wird das Gefäß wieder weiter und das Blut kann besser fließen.

Vorteile:

  • Schonendes, minimal-invasives Verfahren
  • Meist nur kurze Krankenhausaufenthalte
  • Schnelle Erholung

 

2. Stentimplantation (Gefäßstütze)

In manchen Fällen reicht die Ballonaufdehnung allein nicht aus. Dann wird zusätzlich ein Stent eingesetzt – ein kleines, feines Metallgitter, das das Gefäß von innen offen hält und stabilisiert.

Stents:

  • Stabilisieren das Gefäß langfristig
  • Werden ebenfalls minimal-invasiv eingebracht
  • Sind individuell an Gefäßgröße und -lage angepasst

 

3. Moderne Atherektomie mit dem Bycross®-System

Bei stark verkalkten oder besonders festen Verengungen kann eine einfache Aufdehnung schwierig sein. Hier setzen wir moderne Atherektomie-Systeme wie das Bycross ein.

Dabei wird die Verkalkung im Gefäß gezielt abgetragen und gleichzeitig abgesaugt. Das Gefäß wird so von innen gereinigt, bevor es – falls nötig – zusätzlich mit Ballon oder Stent behandelt wird.

Vorteile:

  • Besonders geeignet bei stark verkalkten Gefäßen
  • Schonende Entfernung der Ablagerungen
  • Verbesserung der Langzeitergebnisse

 

4. Bypass-Operationen – auch bis zu den Fußarterien

Wenn Gefäße langstreckig verschlossen sind oder minimal-invasive Verfahren nicht ausreichen, kann eine Bypass-Operation notwendig sein.

Dabei wird eine Umleitung (Bypass) um die verschlossene Stelle gelegt. Als Material verwenden wir entweder:

  • Eine körpereigene Vene oder Arterie
  • Oder eine spezielle Gefäßprothese

Je nach Befund führen wir Bypass-Operationen:

  • Am Oberschenkel
  • Unterschenkel
  • Bis hin zu den feinen Fußarterien

Ziel ist es, selbst bei fortgeschrittener Erkrankung die Durchblutung wiederherzustellen und eine Amputation zu vermeiden.

 

5. Hybrid-Operationen (Kombination aus offen und minimal-invasiv)

In manchen Fällen ist die Kombination verschiedener Verfahren am sinnvollsten. Bei einer Hybrid-Operation verbinden wir offene chirurgische Techniken mit modernen Katheterverfahren in einer Sitzung.

Beispiel:

  • Operative Freilegung einer Arterie
  • Anschließend Ballondilatation oder Stentimplantation über denselben Zugang

Vorteile:

  • Individuell angepasste Therapie
  • Schonendere Behandlung komplexer Gefäßbefunde
  • Optimale Wiederherstellung der Durchblutung

 

Unser Ziel: Ihre Mobilität und Lebensqualität erhalten

Durch moderne Gefäßmedizin stehen heute vielfältige, schonende und effektive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche Therapie für Sie am besten geeignet ist, klären wir nach einer sorgfältigen Diagnostik und persönlichen Beratung.

Wir begleiten Sie von der Erstuntersuchung über die Therapie bis zur langfristigen Nachsorge – mit dem Ziel, Ihre Durchblutung zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu erhalten.

 

Therapie von Aneurysmen (Körperstamm, Hals und Extremitäten)

Ein Aneurysma ist eine krankhafte Erweiterung einer Schlagader (Arterie). Am häufigsten betrifft dies die Bauchschlagader oder Becken- bzw. Beinarterien. Wird ein Aneurysma zu groß, besteht die Gefahr eines Einrisses oder Platzens (Ruptur). Deshalb ist – je nach Größe und Beschwerden – eine Behandlung notwendig.

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen verständlich die beiden gängigen Therapieverfahren: offene Operation und endovaskuläre (minimalinvasive) Behandlung.

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Ob ein Aneurysma behandelt werden sollte, hängt ab von:

  • der Größe des Aneurysmas
  • dem Wachstum im Verlauf
  • dem Beschwerdebild
  • Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand

Kleinere Aneurysmen werden oft zunächst regelmäßig kontrolliert (Ultraschall oder CT). Wird eine bestimmte Größe überschritten oder treten Beschwerden auf, empfehlen wir eine Therapie.

 

1. Offene Operation

Was passiert bei der offenen OP?

Bei der offenen Operation wird das erweiterte Gefäß über einen chirurgischen Schnitt freigelegt. Der betroffene Abschnitt wird durch eine Gefäßprothese (künstliches Gefäß) ersetzt, die dauerhaft eingenäht wird.

Das erkrankte Gefäß wird dabei ausgeschaltet, das Blut fließt anschließend durch die eingesetzte Prothese.

Vorteile:

  • Sehr dauerhafte und bewährte Methode
  • Meist keine aufwendigen Nachkontrollen erforderlich
  • Besonders geeignet bei bestimmten anatomischen Voraussetzungen

Nachteile:

  • Größerer operativer Eingriff
  • Längere Erholungszeit
  • Krankenhausaufenthalt meist 7–10 Tage
  • Höhere körperliche Belastung

 

2. Endovaskuläre Therapie (minimalinvasiv)

Diese Methode wird auch als Stentgraft-Versorgung bezeichnet.

Was bedeutet „endovaskulär“?

„Endovaskulär“ heißt: Die Behandlung erfolgt von innen über die Blutgefäße, meist über einen kleinen Schnitt in der Leiste.

Über einen Katheter wird eine zusammengefaltete Gefäßprothese (Stentgraft) in das Aneurysma eingebracht und dort entfaltet. Das Blut fließt anschließend durch diese innere Prothese – das Aneurysma wird entlastet.

Vorteile

  • Kein großer Bauchschnitt
  • Geringere körperliche Belastung
  • Kürzerer Krankenhausaufenthalt (meist 2–4 Tage)
  • Schnellere Erholung

Nachteile

  • Regelmäßige Nachkontrollen (CT oder Ultraschall) notwendig
  • Nicht für jede Gefäßform geeignet
  • In manchen Fällen spätere Nachbehandlungen erforderlich

 

Welche Methode ist die richtige für mich?

Die Entscheidung hängt ab von:

  • Lage und Form des Aneurysmas
  • Gefäßverhältnissen
  • Begleiterkrankungen
  • Ihrem individuellen Risikoprofil

Wir besprechen mit Ihnen ausführlich, welche Therapie in Ihrem Fall die sicherste und sinnvollste ist.

 

Nach der Behandlung

Unabhängig von der gewählten Methode sind wichtig:

  • Kontrolle von Blutdruck und Blutfetten
  • Rauchverzicht
  • Regelmäßige ärztliche Nachsorge
  • Gefäßgesunde Lebensweise

 

Unser Ziel

Unser Ziel ist es, Ihr Aneurysma sicher zu behandeln und gleichzeitig die für Sie schonendste Therapie zu wählen.

Gerne beraten wir Sie persönlich und beantworten Ihre Fragen in einem ausführlichen Gespräch.

 

Behandlung von Engstellen der Halsschlagader (Carotischirurgie)

Die Halsschlagadern (Carotiden) versorgen das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut. Kommt es hier zu einer Verengung (Carotisstenose) – meist durch Kalk- und Fettablagerungen (Arteriosklerose) – steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Kleine Ablagerungen oder Blutgerinnsel können sich lösen und ein Hirngefäß verstopfen.

Warum ist eine Behandlung wichtig?

Eine ausgeprägte Verengung kann:

  • vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns (TIA) verursachen
  • zu Sehstörungen, Sprachproblemen oder Lähmungserscheinungen führen
  • einen Schlaganfall auslösen

Ziel der Behandlung ist es, dieses Risiko deutlich zu senken.

 

Wann wird eine Operation empfohlen?

Eine Operation wird in der Regel empfohlen bei:

  • hochgradiger Verengung der Halsschlagader
  • bereits aufgetretenen neurologischen Beschwerden (z. B. TIA oder leichter Schlaganfall)
  • bestimmten Befunden im Ultraschall oder in der Gefäßdarstellung (CT/MRT)

Ob eine Operation sinnvoll ist, wird individuell nach gründlicher Diagnostik entschieden.

 

Wie läuft die Operation ab?

Das Standardverfahren ist die sogenannte Carotis-Endarteriektomie:

  • Der Eingriff erfolgt meist in Voll- oder Regionalanästhesie.
  • Über einen kleinen Schnitt am Hals wird die betroffene Schlagader freigelegt.
  • Die Gefäßverkalkung wird vorsichtig entfernt.
  • Anschließend wird die Arterie wieder verschlossen, häufig mit einer Gefäßerweiterungsplastik (Patch).

Der Eingriff dauert in der Regel 1–2 Stunden.

 

Gibt es Alternativen?

In bestimmten Fällen kann anstelle der Operation eine Stent-Behandlung (Carotis-Stenting) durchgeführt werden.
Dabei wird über einen Katheter (meist von der Leiste aus) eine Gefäßstütze eingesetzt, die die Engstelle offenhält.

Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von:

  • dem Alter
  • Begleiterkrankungen
  • der genauen Anatomie der Gefäße
  • dem individuellen Schlaganfallrisiko

ab.

 

Risiken und Sicherheit

Wie jeder Eingriff birgt auch die Carotischirurgie Risiken. Dazu gehören:

  • Blutungen
  • Nervenirritationen im Halsbereich
  • Schlaganfall während oder nach dem Eingriff (selten)

In spezialisierten Zentren ist das Komplikationsrisiko jedoch sehr niedrig. Vor der Operation erfolgt eine ausführliche Aufklärung.

 

Nach der Operation

  • Überwachung für 1–2 Tage im Krankenhaus
  • Regelmäßige Ultraschallkontrollen
  • Dauerhafte Einnahme blutverdünnender Medikamente
  • Konsequente Behandlung von Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Cholesterin)

 

Unser Ziel

Unser Ziel ist es, Ihr persönliches Schlaganfallrisiko nachhaltig zu senken und Ihre Lebensqualität zu erhalten.
Gerne beraten wir Sie individuell und beantworten Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch.

Behandlungen von Engstellen an Viszeralgefäßen

(z. B. Mesenterialstenosen, Dunbar-Syndrom)

Was sind Viszeralgefäße?

Viszeralgefäße sind Blutgefäße, die die Bauchorgane – wie Magen, Leber, Milz und Darm – mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Kommt es zu einer Verengung (Stenose) dieser Gefäße, kann die Durchblutung eingeschränkt sein. Das kann Beschwerden verursachen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

 

Mögliche Ursachen

1. Mesenterialstenose

Eine Mesenterialstenose ist eine Verengung der Darmarterien, meist durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Dadurch wird der Darm nicht mehr ausreichend durchblutet.

Typische Beschwerden:

  • Bauchschmerzen nach dem Essen
  • Gewichtsverlust
  • Angst vor dem Essen („Nahrungsvermeidung“)
  • Verdauungsprobleme

Unbehandelt kann es in seltenen Fällen zu einer akuten Durchblutungsstörung des Darms kommen, die ein Notfall ist.

2. Dunbar-Syndrom

Das Dunbar-Syndrom entsteht durch eine äußere Einengung der Bauchschlagader (Truncus coeliacus) durch ein Band des Zwerchfells. Diese mechanische Kompression kann die Durchblutung der Oberbauchorgane beeinträchtigen.

Mögliche Symptome:

  • Oberbauchschmerzen, besonders nach dem Essen
  • Übelkeit
  • Gewichtsverlust
  • Völlegefühl

Da die Beschwerden unspezifisch sein können, ist eine sorgfältige Diagnostik wichtig.

 

Diagnostik

Zur Abklärung kommen moderne bildgebende Verfahren zum Einsatz, wie:

  • Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie)
  • Computertomographie (CT) mit Gefäßdarstellung
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Angiographie

Diese Untersuchungen helfen, Art und Ausmaß der Gefäßverengung genau zu bestimmen.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach Ursache, Ausmaß der Verengung und individuellen Beschwerden.

Kathetergestützte (endovaskuläre) Verfahren:

  • Ballonaufdehnung (PTA)
  • Stentimplantation

Diese minimalinvasiven Verfahren erfolgen über einen Gefäßzugang in der Leiste. Sie sind schonend und ermöglichen meist eine rasche Erholung.

 

Operative Therapie

In bestimmten Fällen – insbesondere beim Dunbar-Syndrom oder bei komplexen Gefäßveränderungen – kann eine Operation sinnvoll sein.

Mögliche Verfahren:

  • Operative Freilegung und Entlastung des Gefäßes
  • Gefäßrekonstruktion oder Bypass-Operation

Die Entscheidung erfolgt individuell nach ausführlicher Diagnostik und Beratung.

 

Ziel der Behandlung

Das Hauptziel ist die Wiederherstellung einer ausreichenden Durchblutung der Bauchorgane, um:

  • Schmerzen zu lindern
  • Lebensqualität zu verbessern
  • Komplikationen zu vermeiden

 

Individuelle Beratung

Da Beschwerden und Befunde sehr unterschiedlich sein können, ist eine persönliche fachärztliche Beratung entscheidend. Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir die geeignete Diagnostik und entwickeln ein individuelles Therapiekonzept.

Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Konservative und operative Behandlung des diabetischen Fußes

Der diabetische Fuß ist eine häufige und ernstzunehmende Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Durch Nervenschädigungen (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen können Druckstellen, kleine Verletzungen oder Wunden entstehen, die oft spät bemerkt werden und schlecht heilen. Eine frühzeitige und fachgerechte Behandlung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.

In unserer Einrichtung bieten wir Ihnen eine umfassende Betreuung – von der Vorsorge über die moderne Wundtherapie bis hin zu operativen Maßnahmen, falls erforderlich.

 

Konservative Behandlung (ohne Operation)

In vielen Fällen kann der diabetische Fuß erfolgreich konservativ behandelt werden. Ziel ist es, die Wunde zur Abheilung zu bringen, Infektionen zu vermeiden und den Fuß dauerhaft zu entlasten.

Unsere Maßnahmen umfassen:

  • Gründliche Untersuchung und Risikoeinschätzung
  • Moderne Wundversorgung in enger Zusammenarbeit mit unserem spezialisierten Wundmanagement
  • Regelmäßige Betreuung in unserer Wundsprechstunde
  • Druckentlastung durch spezielle Verbände, Orthesen oder diabetisches Schuhwerk
  • Behandlung von Infektionen mit geeigneter medikamentöser Therapie
  • Optimierung der Blutzuckereinstellung in Kooperation mit der diabetologischen Ambulanz im MVZ

Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine individuell abgestimmte Therapie und verkürzt häufig die Heilungsdauer.

 

Operative Behandlung

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder Komplikationen auftreten (z. B. tiefe Infektionen, Abszesse, Knochenbeteiligung), kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

Mögliche operative Maßnahmen sind:

  • Chirurgische Wundreinigung (Débridement)
  • Entfernung von abgestorbenem Gewebe
  • Drainage von Abszessen
  • Korrektur von Fehlstellungen zur Druckentlastung
  • Gefäßchirurgische Eingriffe zur Verbesserung der Durchblutung (siehe Abschnitt "pavk")
  • In schweren Fällen auch Teilamputationen – mit dem Ziel, möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten

Auch nach einer Operation erfolgt die weitere Betreuung eng abgestimmt mit unserem Wundmanagement und der diabetologischen Ambulanz.

 

Unsere besondere Stärke: Enge Zusammenarbeit für Ihre Sicherheit

Die Behandlung des diabetischen Fußes erfordert Erfahrung und Teamarbeit. Deshalb arbeiten wir sehr eng zusammen mit:

  • unserem spezialisierten Wundmanagement
  • der regelmäßig stattfindenden Wundsprechstunde
  • der diabetologischen Ambulanz im MVZ zur optimalen Stoffwechseleinstellung

Durch diese strukturierte Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass alle Aspekte Ihrer Erkrankung berücksichtigt werden – medizinisch, pflegerisch und präventiv.

 

Wichtig: Frühzeitig handeln

Bitte suchen Sie bei folgenden Anzeichen umgehend ärztliche Hilfe auf:

  • Rötung, Schwellung oder Überwärmung am Fuß
  • Offene Stellen oder schlecht heilende Wunden
  • Druckstellen oder Blasen
  • Schmerzen oder neu aufgetretene Gefühlsstörungen

Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.

 

 

 

Shuntchirurgie und Demers-Katheter

Für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung ist ein verlässlicher Dialysezugang lebenswichtig. In unserer Abteilung bieten wir die komplette Versorgung rund um die Anlage, Korrektur und Nachsorge von Dialysezugängen an – in enger Zusammenarbeit mit der Nephrologie in unserem Haus sowie mit den Dialysepraxen im Heidekreis.

 

Shuntchirurgie (AV-Fistel / AV-Graft)

Der sogenannte Shunt (arteriovenöse Fistel) ist der bevorzugte Zugang für die Hämodialyse. Dabei wird operativ eine Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene – meist am Unterarm – geschaffen. Durch den erhöhten Blutfluss wird die Vene kräftiger und kann für die Dialyse sicher punktiert werden.

Unsere Leistungen:

  • Anlage von AV-Fisteln (autologe Shunts)
  • Implantation von Prothesenshunts (AV-Grafts), falls erforderlich
  • Revisionseingriffe bei Shuntstenosen oder –verschlüssen (offen und endovaskulär)
  • Thrombektomien und Korrekturoperationen
  • Präoperative Gefäßdiagnostik (z. B. Duplexsonographie)

Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die individuell beste und langfristig funktionsfähige Lösung zu finden.

 

Demers-Katheter (Dialysekatheter)

Wenn eine sofortige Dialyse erforderlich ist oder ein Shunt (noch) nicht zur Verfügung steht, kann ein Demers-Katheter (getunnelter, dauerhaft liegender Dialysekatheter) implantiert werden.

Dieser wird unter sterilen Bedingungen in eine große Vene (z. B. im Bereich der Halsvene) eingelegt und ermöglicht eine sichere Dialysebehandlung.

Wir bieten:

  • Implantation getunnelter Dialysekatheter (Demers-Katheter)
  • Wechsel und Entfernung von Kathetern
  • Behandlung katheterassoziierter Komplikationen

 

Interdisziplinäre Betreuung – kurze Wege, hohe Sicherheit

Die Versorgung unserer Dialysepatientinnen und -patienten erfolgt auf einer interdisziplinären Station gemeinsam mit der Nephrologie und der Gefäßchirurgie.

Durch diese enge Zusammenarbeit profitieren Sie von:

  • abgestimmter Therapieplanung
  • kurzen Entscheidungswegen
  • schneller Diagnostik und Intervention
  • optimaler perioperativer Betreuung

Darüber hinaus stehen wir in kontinuierlichem Austausch mit den nephrologischen Dialysepraxen im Heidekreis, um eine nahtlose ambulante Weiterbehandlung sicherzustellen.

 

Individuelle Beratung

Vor jedem Eingriff erfolgt eine ausführliche Beratung über die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten, den Ablauf der Operation sowie mögliche Risiken. Gemeinsam mit unseren nephrologischen Kolleginnen und Kollegen legen wir das für Sie passende Vorgehen fest.

Unser Ziel ist eine sichere, langlebige und möglichst komplikationsarme Dialysezugangslösung – damit Ihre Dialysetherapie zuverlässig durchgeführt werden kann.

Gerne stehen wir Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Chronische Wunden sind Wunden, die länger als 8 Wochen nicht abheilen. Besonders häufig betrifft dies das Ulcus cruris („offenes Bein“). Ursachen sind meist Durchblutungsstörungen der Venen oder Arterien, seltener Diabetes, Druckbelastung oder Mischformen.

Eine erfolgreiche Behandlung basiert immer auf zwei Säulen:

  1. Behandlung der Ursache (Gefäßerkrankung)
  2. Moderne Wundtherapie mit individueller Betreuung

 

Venöse Ursachen (Ulcus cruris venosum)

Bei einer Venenschwäche (chronische venöse Insuffizienz) staut sich das Blut in den Beinen. Der erhöhte Druck schädigt Haut und Gewebe – es entsteht ein Ulcus.

Konservative Therapie:

  • Kompressionstherapie (Bandagen, Kompressionsstrümpfe)
  • Entstauung durch Bewegung und Hochlagerung
  • Moderne feuchte Wundbehandlung
  • Infektionskontrolle
  • Schulung zur Hautpflege

Operative Therapie (Venöse Chirurgie):

Ziel ist die Beseitigung des krankhaften Rückflusses.

Beispiele:

  • Endovenöse Laser- oder Radiofrequenztherapie
  • Venenstripping
  • Miniphlebektomie
  • Sklerosierungstherapie

Durch die Behandlung der zugrunde liegenden Venenerkrankung kann die Heilung deutlich beschleunigt und Rückfällen vorgebeugt werden.

 

Arterielle Ursachen (Ulcus cruris arteriosum)

Hier liegt eine Durchblutungsstörung der Arterien vor, meist im Rahmen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

Typische Zeichen:

  • Kalte Füße
  • Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit)
  • Ruheschmerz
  • Kleine, schlecht heilende Wunden an Zehen oder Ferse

Konservative Therapie

  • Gehtraining
  • Medikamentöse Durchblutungsförderung
  • Optimierung von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin
  • Nikotinstopp

Operative / Interventionelle Therapie (Arterielle Chirurgie)

Ziel ist die Wiederherstellung der Durchblutung.

Beispiele:

  • Ballondilatation (PTA)
  • Stentimplantation
  • Bypassoperation
  • Thrombendarteriektomie
  • Hybrid-Eingriffe

Erst nach Verbesserung der Durchblutung kann eine Wunde dauerhaft heilen.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit – Ihr Vorteil

Die Behandlung chronischer Wunden erfordert ein enges Netzwerk.

Wir arbeiten kooperativ mit:

  • Speziell ausgebildeten Wundexperten (ambulantes Wundmanagement)
  • Ambulanten Pflegediensten (PD)
  • Hausärzten
  • Diabetologen
  • Podologen

 

Zusammenarbeit im Heidekreis

Für Patientinnen und Patienten im Heidekreis besteht eine enge Kooperation mit:

  • Ambulanten Pflegediensten
  • Zertifizierten Wundmanagerinnen und Wundmanagern
  • Hausärztlichen Praxen
  • Fachärzten für Diabetologie

So gewährleisten wir:

✔ Kontinuität der Wundversorgung
✔ Regelmäßige Verlaufskontrollen
✔ Frühzeitiges Erkennen von Komplikationen
✔ Individuell abgestimmte Therapiepläne

 

Unser Behandlungsprinzip

  1. Gründliche Gefäßdiagnostik (Ultraschall, ABI-Messung, ggf. Bildgebung)
  2. Klare Ursachenklärung
  3. Individuelles Therapiekonzept
  4. Enge Begleitung bis zur Abheilung
  5. Rückfallprophylaxe

 

Wann sollten Sie sich vorstellen?

  • Wunde heilt länger als 4–6 Wochen nicht
  • Zunehmende Schmerzen
  • Rötung oder Infektionszeichen
  • Schwarze oder sehr blasse Wundränder
  • Wiederkehrende offene Stellen

 

Ziel unserer Behandlung

  • Wundheilung
  • Schmerzreduktion
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Vermeidung von Amputationen
  • Nachhaltige Stabilisierung der Gefäßgesundheit

(z. B. Beckenvenenthrombosen, Rezidivvarikose)

Die operative Phlebologie umfasst die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Venen. Während viele Venenprobleme heute minimal-invasiv behandelt werden können, gibt es Situationen, in denen komplexere Eingriffe notwendig sind. Dazu zählen unter anderem Beckenvenenthrombosen, ausgeprägte oder wiederkehrende Krampfadern (Rezidivvarikose) sowie komplizierte Venenerkrankungen nach Voroperationen oder Thrombosen.

Unser Ziel ist es, Durchblutungsstörungen zu beheben, Beschwerden zu lindern und Komplikationen wie chronische Schwellungen, Hautveränderungen oder offene Beine zu vermeiden.

 

Wann ist eine operative Behandlung sinnvoll?

Eine Operation kommt insbesondere in Betracht bei:

  • wiederkehrenden Krampfadern nach früherer Behandlung (Rezidivvarikose)
  • ausgedehnten oder komplizierten Krampfaderbefunden
  • Beckenvenenthrombosen
  • chronischer Venenschwäche mit schweren Beschwerden
  • nicht heilenden venösen Wunden (Ulcus cruris)
  • anhaltenden Schmerzen, Schwellungen oder Druckgefühl trotz konservativer Therapie

Jeder Eingriff wird individuell geplant – basierend auf moderner Ultraschalldiagnostik (Duplexsonographie) und ggf. weiterführender Bildgebung.

 

Beispiele aus der Praxis

1. Rezidivvarikose (erneut auftretende Krampfadern)

Manchmal treten Krampfadern nach einer früheren Operation oder Laserbehandlung erneut auf. Ursache können neu entstandene Verbindungsvenen oder verbliebene Venenanteile sein.

Beispiel:
Eine Patientin hatte vor 10 Jahren eine Krampfaderoperation. Nun bestehen erneut Schwellungen und sichtbare Venen am gleichen Bein. In der Ultraschalluntersuchung zeigt sich eine neu entstandene Verbindungsvene. Diese kann gezielt chirurgisch oder minimal-invasiv verschlossen werden.

2. Beckenvenenthrombose

Eine Thrombose im Beckenbereich ist seltener als eine Beinvenenthrombose, kann aber ausgeprägte Beschwerden verursachen. Neben medikamentöser Therapie kann in ausgewählten Fällen eine interventionelle oder operative Behandlung notwendig sein, um den Blutfluss wiederherzustellen.

Beispiel:
Ein Patient klagt über starke Beinschwellung und Schmerzen. Die Bildgebung zeigt eine ausgedehnte Thrombose der Beckenvene. In spezialisierten Fällen kann eine Katheterbehandlung mit Entfernung des Gerinnsels oder eine Gefäßrekonstruktion erforderlich sein.

3. Komplexe Venensituation nach Beckenvenenthrombose

Nach einer Beckenvenenthrombose können chronische Verschlüsse zu Ulcera cruris führen.

Beispiel:
Ein Patient leidet Jahre nach einer Thrombose unter dauerhafter Schwellung und Hautverfärbungen. In bestimmten Fällen kann eine operative oder endovaskuläre Rekanalisation der Beckenvene eine gezielte Entlastung des Venensystems die Beschwerden deutlich verbessern und zur Wundheilung führen.

 

Moderne Verfahren der Venenchirurgie

Je nach Befund kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz:

  • Offene Venenoperationen bei komplexen Befunden
  • Kombination aus interventionellen und chirurgischen Methoden

Die Auswahl des Verfahrens richtet sich nach Ausmaß der Erkrankung, individuellen Risikofaktoren und Ihren persönlichen Bedürfnissen.

 

Ihre Sicherheit steht im Mittelpunkt

Vor jeder Behandlung erfolgt eine ausführliche Beratung. Dabei klären wir:

  • Welche Therapieoptionen sinnvoll sind
  • Welche Risiken und Erfolgsaussichten bestehen
  • Wie die Nachbehandlung erfolgt

Unser Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung Ihrer Lebensqualität – mit möglichst schonenden und effektiven Methoden.

 

Wenn Sie unter Venenbeschwerden leiden oder bereits eine Vorbehandlung hatten und erneut Symptome auftreten, beraten wir Sie gerne persönlich.

Konservative Therapie – Wundmanagement

Eine chronische oder schlecht heilende Wunde bedeutet für viele Patientinnen und Patienten eine große körperliche und seelische Belastung. Schmerzen, Einschränkungen im Alltag und Unsicherheiten im Umgang mit der Wunde begleiten häufig den Heilungsprozess.

In unserem Wundmanagement stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Uns ist es wichtig, Ihre individuelle Situation ganzheitlich zu verstehen – denn jede Wunde hat ihre eigene Ursache und jede Patientin und jeder Patient bringt unterschiedliche Bedürfnisse mit.

Wir nehmen uns Zeit für Sie: für eine sorgfältige Diagnostik, eine verständliche Aufklärung und eine Therapie, die auf Ihre persönliche Lebenssituation abgestimmt ist. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine möglichst schonende, schmerzarme Behandlung sowie auf eine enge Begleitung während des gesamten Heilungsprozesses.

Unser Ziel ist es nicht nur, Ihre Wunde zu behandeln, sondern Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Gemeinsam mit Ihnen und in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen entwickeln wir einen individuellen,transparenten und nachvollziehbaren Behandlungsplan für Sie. Dazu gehört ebenfalls die Sicherstellung  einer professionellen Weiterversorgung im häuslichen Bereich.

Sie sollen sich bei uns gut aufgehoben fühlen – fachlich wie menschlich

Das Fundament einer professionellen Wundversorgung besteht darin, die Ursache einer Wunde zu verstehen. Erst wenn der zugrunde liegende Auslöser bekannt ist, kann eine moderne, gezielte und effiziente Therapie eingeleitet werden. Unser Ansatz basiert daher auf einer ganzheitlichen Betrachtung und einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit.

Durch den Einsatz moderner Diagnostik und gefäßchirurgischer Therapieoptionen schaffen wir die Grundlage für eine optimale Versorgung und nachhaltige Heilung.

Von einer chronische Wunde wird gesprochen, wenn eine Wunde nach 4-12 Wochen keine Heilungstendenz zeigt. Unser Ziel ist es diese Stagnation zu beenden und die Ursache der Wunde zu behandeln. Wir verfügen im gefäßchirurgischen Bereich über langjährige Erfahrungen  in der Behandlung  des Diabetischen Fußsyndroms, Dekubitalulcerationen Ulcus cruris venosum, Ulcus cruris ateriosum, sowie dem arterio-venösen Ulcus cruris und wenden dabei individuell abgestimmte Therapiekonzepte an.

  • Interdisziplinäre und multiptofessionelle Wundvisiten
  • Gefäßchirurigische Wundsprechstunde:
    • Umfassende Wunddiagnostik (Anamnese, körperliche Untersuchung, Pulsstatus, Doppler-Sonographie)
    • Regelmäßige Wundinspektion
    • Individuelle Wundbehandlung und Kausaltherapie
    • Strukturierte Therapieplanung
    • Digitale Wunddokumentation
    • Schmerztherapie
    • Schulung, Beratung und Anleitung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen
    • Unterstützung zur Erhaltung der Mobilität und der sozialen Aktivität

Moderne,phasengerechte Wundversorgung:
Alle Wunden durchlaufen bis zur Abheilung drei Wundheilungsphasen der Exsudationsphase, Granulationsphase und abschließend der Epithelisierungsphase.In jeder Phase zeigen die Wunden andere Symptome, welche mit modernen, atraumatischen Wundauflagen behandelt und/oder unterstützt werden.Bei der Wahl der jeweiligen Wundversorgung wird stets die Aseptik und Antiseptik berücksichtigt.

Während der interdisziplinären Wundvisite wird die lokale Wundversorgung gemeinsam festgelegt und in jeder darauf folgender evaluiert, um die bestmögliche Wundbehandlung zu gewährleisten.

NPWT (Unterdruck-Wundtherapie):
Die Unterdruck-Wundtherapie ist ein modernes Verfahren zur Förderung der Wundheilung. Durch kontrollierten Unterdruck wird Wundsekret kontinuierlich abgeleitet, die Durchblutung verbessert und die Bildung von gesundem Gewebe angeregt. Diese Methode eignet sich besonders für chronische und komplexe Wunden.

Débridement:
Beim Débridement werden abgestorbenes Gewebe, Beläge und Keime aus der Wunde entfernt. Dies schafft optimale Bedingungen für die Heilung und reduziert das Infektionsrisiko. Je nach Wundsituation kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, darunter mechanische, autolytische, biochirurgische oder chirurgische Methoden.

Mechanisches Débridement:
Entfernung von Wundbelägen und Bakterien mit Wundspüllösungen oder Antiseptika anhand steriler Materialien wie z.B.: Kompressen oder Wundreinigungsvliesen

Scharfes Débridement:
Aviatales Gewebe wird durch sterile Instrumente mit z.B.: Pinzette, Skalpell,scharfen Löffel entfernt. Vitale Struckturen bleiben dabei unberührt.

Autolytisches Débriedement:
Durch die Zuführung von Feuchtigkeit ( Hydrogelen) werden die körpereigenen Selbstreinigungsprozesse unterstützt und beschleunigt.Wundbeläge werden aufgeweicht und ermöglichen somit eine schonende Entfernung.

Biochirurgisches Débridement (Larventherapie):
Die Larventherapie ist eine besonders schonende und effektive Form des Débridements. Speziell gezüchtete, sterile Fliegenlarven reinigen die Wunde, indem sie abgestorbenes Gewebe entfernen und gleichzeitig antibakteriell wirken. Gesundes Gewebe bleibt dabei erhalten.

Schmerztherapie:
Ein zentraler Bestandteil unserer Behandlung ist die individuell abgestimmte Schmerztherapie. Ziel ist es, Schmerzen während der Wundversorgung zu minimieren und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten deutlich zu verbessern.

Kompressionstherapie:
Der gezielt angewendete Kompressionsdruck in der Kompressionstherapie dient der Reduktion von Ödemen (Wassereinlagerungen) und unterstützt die Wundheilung.
Die Intensität des Anlagedrucks richtet sich nach der Feststellung des Gefäßstatus und der ärtzlichen Anordnung.
Ein Kompressionsverband wird aufbauend und primär an den Extremitäten angewendet. Zuerst wird ein Baumwollschlauchverband verwendet, anschließend eine Wattierung und als abschließende Lage die Kompressionsbandagen gewickelt.

Die Behandlung chronischer und komplexer Wunden erfordert ein starkes Netzwerk. Deshalb arbeiten wir eng mit verschiedenen Fachbereichen und externen Partnern zusammen, darunter Sozialdienst, Physiotherapie, Pflegedienste,Wundmanager sowie orthopädische und sanitätstechnische Versorger.

Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten einen reibungslosen Übergang von der stationären in die häusliche Versorgung zu ermöglichen.

Wir bieten regelmäßige Schulungen und Anleitungen für Patientinnen, Patienten, Angehörige sowie unser Fachpersonal an. Dabei vermitteln wir praxisnahes Wissen zur Wundversorgung, Prävention und zum Umgang mit chronischen Wunden.

Um unseren Patienten/innen eine hohe fachliche Qualität bei der Wundversorgung bieten zu können, haben wir zusätzlich auf jeder Station Wundbeauftragte, welche gesondert durch uns, regelmäßig geschult werden und als Multiplikatoren agieren.

Für eine Vorstellung in unserer gefäßchirurgischen Wundsprechstunde wenden Sie sich bitte an unser Team der Gefäßchirurgie - siehe Seitenanfang (Sekretariat).

Unser Team

Dr. Ovidiu-Cosmin Godina, MHBA

Dr. Ovidiu-Cosmin Godina, MHBA

Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie
Facharzt für Gefäßchirurgie, Phlebologie, Endovaskuläre Chirurgie

Porträtfoto von Dr. med. Yury Rusinovich.

Dr. med. Yury Rusinovich, MHBA

Leitender Oberarzt Gefäßchirurgie
Facharzt für Gefäßchirurgie
Endovaskulärer Chirurg (DGG)

Reginald Cordial

Reginald Cordial

Oberarzt 
Facharzt für Gefäßchirurgie und Allgemeinmedizin
Fellow of European Board of Vascular Surgery, FEBVS
Fellow and Diplomate, Philippine Board of Thoracic, Cardiac and Vascular Surgeons

Janine Bajtala

Janine Bajtala

Medizinische Fachangestellte
Gefäßassistentin für die Gefäßchirurgie

Agnes Süselbeck

Agnes Süselbeck

Gesundheits- und Krankenpflegerin
Wundmanagement
Key-User apenio

Weitere Informationen

Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie

Mehr Infos

Vereinigung Norddeutscher Gefäßmediziner e. V.

Mehr Infos

European Society for Vascular Surgery

Mehr Infos

Wir sind zertifiziert:

Siegel für die DEKRA-Zertifizierung
DKG-zertifiziertes Brustkrebszentrum
Logo des DHG Kompetenzzentrum Hernienchirurgie
DEKRA-ISO-9001-Zertifizierung der Krankenhaus-Apotheke.
Siegel für das Zertifikat Aktion saubere Hände
DISQ Trust - Business Champion Siegel.