Umzug der Kardiologie nach Walsrode verschiebt sich auf Ende Januar 2027
Schwerer Unfall beim Transport: Beschädigtes Modul muss neu gebaut werden – Kardiologie und Zentrale Notaufnahme in Soltau bleiben bis dahin unverändert in Betrieb.
Walsrode/Soltau. Der Umzug der Kardiologie des Heidekreis-Klinikums (HKK) von Soltau nach Walsrode verschiebt sich auf Ende Januar 2027. Grund ist ein Modul, das im April bei einem schweren Unfall während des Transports nach Walsrode beschädigt wurde und in dem die beiden Herzkatheterlabore eingerichtet werden sollen. Das Modul muss vollständig neu gebaut werden. Die Kardiologie und die Zentrale Notaufnahme in Soltau bleiben bis zum Umzug unverändert in Betrieb.
Ursprünglich sollte die Kardiologie bereits im Frühjahr 2026 nach Walsrode umziehen. Nach dem Unfall beim Transport des Moduls musste zunächst geklärt werden, ob das beschädigte Bauteil repariert werden kann. Das dafür erforderliche Gutachten lag Ende Juli vor. Ergebnis: Das Modul ist nicht zu retten und muss neu gefertigt werden.
Die geplante Fertigung ab Mitte August konnte anschließend wegen fehlenden Stahls nicht beginnen. Als das Material verfügbar war, war die Fertigungshalle des Herstellers inzwischen mit einem anderen Auftrag belegt. Der Neubau des Moduls soll nun Anfang Oktober beginnen. Mitte bis Ende November soll das Modul in Walsrode stehen.
Anschließend werden die beiden Herzkatheterlabore eingerichtet. Die Medizintechnik wird dabei nacheinander montiert und geprüft. Die Arbeiten an der zweiten Anlage sollen im Januar abgeschlossen sein. Parallel dazu laufen die erforderlichen Prüfungen und Abnahmen. Der vollständige Umzug der Kardiologie mit dem Bettenbereich ist deshalb für Ende Januar 2027 vorgesehen.
Die übrigen Bereiche der Modulanlage in Walsrode sind bereits weitgehend fertiggestellt. Dort laufen derzeit noch die abschließenden Ausbauarbeiten. Die Verzögerung betrifft damit im Wesentlichen das Modul für die Herzkatheterlabore und die daran anschließenden Schritte des Umzugs.
Für Patientinnen und Patienten ändert sich bis dahin nichts. Die Kardiologie und die Zentrale Notaufnahme in Soltau bleiben unverändert in Betrieb. Auch der Rettungsdienst ist über die weitere Planung informiert; die Zuweisung von Patientinnen und Patienten erfolgt bis zum Umzug wie bisher.
„Wir hätten die Kardiologie gern früher nach Walsrode geholt. Die Verzögerungen beim Modul waren so nicht vorhersehbar. An unserem Ziel ändert das nichts: Wir wollen die stationäre Versorgung in Walsrode zusammenführen. Bis dahin bleibt die Versorgung in Soltau vollständig erhalten“, sagt Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums.
Auch der Aufsichtsrat wird fortlaufend über den Stand informiert. „Entscheidend ist, dass die Patientinnen und Patienten im Heidekreis-Klinikum auch während der andauernden Bauphase an beiden Standorten verlässlich versorgt werden. Das ist bis zum Umzug gewährleistet“, sagt Landrat Jens Grote, Vorsitzender des Aufsichtsrats des HKK.
Mit dem Umzug der Kardiologie setzt das Heidekreis-Klinikum die Neuordnung seiner stationären Versorgung fort. Hintergrund sind unter anderem die Anforderungen der Krankenhausreform an Personal, Ausstattung und die Vorhaltung bestimmter medizinischer Leistungen. Hinzu kommt der wirtschaftliche Druck: Das im Sommer beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz begrenzt den Anstieg der Krankenhausvergütung in den Jahren 2027 bis 2029, während Personal- und Sachkosten weiter steigen. „Doppelte Strukturen an zwei Standorten lassen sich unter diesen Bedingungen nicht dauerhaft finanzieren“, sagt Dr. Rogge.
Das HKK bündelt deshalb schrittweise stationäre Fachabteilungen am Standort Walsrode. Mit dem Bezug des Neubaus soll die Neuordnung abgeschlossen sein; dieser ist weiterhin für Ende 2028 vorgesehen.
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